Frauen und Glaube
Der Anteil an Frauen im Gottesdienst und den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Kirche beträgt, außer in den Gremien und der Männerarbeit, ca. zwei Drittel. Der Weg von der Unterordnung unter den männlichen Willen über die Zuordnung zur Gleichberechtigung war und ist besonders in der Kirche ein mühsamer Weg. Zu vertraut das Bild der fleißigen, braven und immer freundlichen Pfarrfrau. Evangelische Frauenarbeit - dieses Wort ist bis heute missverständlich - versteht sich als Forum für Frauen, die sich fragend und suchend auf den Weg machen zu ihrem eigenen Frauenbild und den für sie wesentlichen Inhalten der christlichen Botschaft. Frauengruppen, Frauengottesdienste - langsam löst sich das männliche Misstrauen. Nach wie vor schwierig das Engagement in den Gremien; sind in den Gemeindevertretungen Frauen durchaus stark vertreten, sieht das in den Presbyterien schon anders aus, doch immerhin gibt es in der Steiermark derzeit 9 Kuratorinnen.
Frauen und Amt
Der Weg ins eigenständige Pfarramt war ein beschwerlicher, die Steiermark hat unter ihrem Superintendenten Dieter Knall und dem Superintendentialkurator Kurt Igler einen wesentlichen Beitrag zur Veränderung geleistet.
Die dürren Daten:
1928 Zulassung von Frauen zum Theologiestudium
1965 Zulassung zur Ordination (Einsetzung ins Amt) und zum Dienst als unverheiratete Theologin
1980 Beschluss der rechtlichen Gleichstellung, Abschaffung des "Zölibats" und Wählbarkeit in alle
kirchlichen Ämter.
Viel Engagement von Seiten der Theologinnen, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft organisiert hatten und viel Überzeugungsarbeit in den Gemeinden waren nötig, um diese Entwicklung voranzutreiben.
Situation heute
Die Akzeptanz von Frauen im geistlichen Amt ist groß, ca. ein Drittel aller Pfarrerstellen ist Österreich weit mit Frauen besetzt, davon arbeiten 13 in der Steiermark, drei Seniorinnen vertreten den Superintendenten, eine Superintendentin leitet in Salzburg die Geschicke der Diözese, im Kirchenamt ist eine Oberkirchenrätin für Personal- und Ausbildungsfragen zuständig.
Karin Engele
![]() |
Foto: B. Krobath