Geschichte

Die Evangelische Kirche in der Steiermark
von den Anfängen bis heute

Von der Reformation bis zum Toleranzpatent

Nach dem Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 in Wittenberg kam die neue Lehre auch nach Österreich und fand schnell viele Anhänger. Am Reichstag in Augsburg 1530 legten die Evangelischen unter der Federführung Philipp Melanchthons ihr Bekenntnis schriftlich vor. Ende des 16. Jahrhunderts war die Steiermark zu weit über zwei Drittel evangelisch, an der Stiftsschule in Graz lehrte der evangelische Astronom und Mathematiker Johannes Kepler, der Landeshauptmann Hans Ungnad von Sonneck bekannte sich zur Lehre Luthers und stellte 1556 aus Glaubensgründen sein Amt zur Verfügung. 1572 holte der innerösterreichische Erzherzog Karl II die Jesuiten in die Steiermark, musste aber 1578 im Brucker Libell den Evangelischen Religionsfreiheit zugestehen.

Unter seinem Sohn Ferdinand II. begann die wesentlich von den Jesuiten unterstützte Gegenreformation. 1598 wurden die Prädikanten aus Graz vertrieben, das Land allmählich rekatholisiert, evangelische Bücher verbrannt - auch Kepler musste Graz verlassen - Religionskommissionen zogen durch das Land um Evangelische aufzuspüren. Ab 1629 wurde auch der Adel des Landes verwiesen oder zur Konversion gezwungen. Der evangelische Glaube schien ausgerottet.

Aber viele Evangelische hatten sich in den ‚Geheimprotestantismus’ geflüchtet. Nach außen hin katholisch, hielten – vor allem in der Ramsau – Hausväter Gottesdienste, lasen aus der Bibel vor, feierten Abendmahl – immer in der Angst vor Entdeckung und dem damit verbundenen Verlust von Haus und Hof. Beim Abriss alter Bauerhäuser fand man immer wieder gut versteckte Bibeln. 150 Jahre lang war der evangelische Glaube in Österreich verboten, da bestieg Josef II, der Sohn Maria Theresias, 1781 den Thron.

Vom Toleranzpatent bis zum Ende der Monarchie

Es war ein Jubeljahr für die österreichischen Protestanten: Nachdem sie durch die Einschränkungen und zum Teil brutalen Auswirkungen der Gegenreformation fast zweihundert Jahre lang gelitten hatten, brach nun gewissermaßen eine neue Ära an. Durch das so genannte Toleranzpatent von Kaiser Joseph II. vom 13. Oktober 1781 wurde den helvetischen und Augsburger Religionsverwandten sowie den nicht unierten Griechen, fortan als A-Katholiken zusammengefasst, das Recht auf Glaubensausübung im Privatbereich gewährt. Zwar waren die Nachteile im täglichen Leben enorm und die Akzeptanz, wie schon der Name A-Katholiken zeigt, klein, dennoch wurde dieses neue Recht als „unglaubliche Gnade“ gefeiert. Sofort entstanden in einigen Regionen Gemeinden, so etwa in Ramsau/Dachstein und in Schladming, in Wald/Schoberpass und auf den Rottenmanner Tauern. Im gesamten Gebiet des heutigen Österreich lebten etwa 40.000 Evangelische, die sich sofort zu ihrem Glauben bekannten. Dieses Bekenntnis wurde von einer kaiserlichen Kommission abgenommen, oftmals geleitet von katholischen Würdeträgern. Vor einer solchen Versammlung bekannte ein Knecht in Haus im Ennstal: „Sagst was wollts, i bleib evangelisch!“

In dieser Gründerzeit mussten für die Gründung einer Gemeinde wahre Opfer gebracht werden: Grundstücke, Geld oder Arbeitskraft mussten von jedem einzelnen Gemeindeglied zur Verfügung gestellt werden, Pfarrer wurden durch Reisen in weit entfernte Städte angeworben. Dafür musste man sich dann einen Platz in der Kirche kaufen. Dennoch wurden ab 1783 in Ramsau und Schladming Bethäuser gebaut, wenn auch ohne -gesetzlich verbotene- Kirchtürme.

Aus jener Zeit stammte auch die Personalunion, dass die Wiener und Niederösterreichische Superintendenz gemeinsam mit der innerösterreichischen (Steiermark, Kärnten, Venetien, Krain) verwaltet wurde. Pro zehn Gemeinden sollte ein Senior unterstützend eingreifen; im Jahr 1847 gelang es, die Steiermark als eigenständiges Seniorat festzulegen. Dieser immer unbefriedigendere Zustand dauerte bis 1946 an.

1821 genehmigte der Kaiser die Gemeinde Graz als Vikariat von Wald, 1848 wurde nach unzähligen vergeblichen Ansuchen Gröbming genehmigt. Meistens waren in den Gemeinden auch konfessionelle Schulen behaftet, ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor, der erst 1869 durch das Reichsvolkschulgesetz fast überall ausklingen musste. In den 1850er Jahren nutzten einige Gemeinden das protestantenfreundlichere Klima, um endlich stattliche Kirchen mit Türmen zu bauen: Wald, Gröbming, Schladming und Graz. - Zwei Vereine unterstützten dabei viele Gemeinden: der Gustav Adolf Verein bei den Bauten, der Evangelische Bund beim Personal.

Dieses Klima mündete schließlich in das Protestantenpatent 1861 von Kaiser Franz Josef I., das finanzielle und gesellschaftliche Vorteile sowie endlich eine eigene Kirchenverfassung brachte. Der bis heute gültige vierstufige Aufbau (Pfarrgemeinde, Seniorat, Diözese, Gesamtgemeinde) wurde beschlossen, die oberste Verwaltung endlich evangelisch. In dieser Zeit entwickelte sich rege Tätigkeit in Leoben, das zu einem neuen Zentrum des evangelischen Glaubens wurde, sowie in Gaishorn, Rottenmann und Mürzzuschlag, wo der katholische Peter Rosegger der Gemeinde große Unterstützung zukommen ließ.

Einen weiteren Entwicklungsschub brachte die Los-von-Rom - Bewegung, die um die Jahrhundertwende losbrach und viele Katholiken zuerst eher aus politischen als aus theologischen Gründen evangelisch werden ließ. Jedenfalls stieg die Anzahl der Evangelischen enorm, zahlreiche neue Predigtstationen entstanden: Stainz (Pfarrgemeinde 1905), Deutschlandsberg, Voitsberg (Pfarrgemeinde 1923), Peggau (Pfarrgemeinde 1923), Fürstenfeld (1900 Pfarrgemeinde), Feldbach (Vikariat 1903), Weiz (Pfarrgemeinde 1929), Knittelfeld (Pfarrgemeinde 1915), Zeltweg, Fohnsdorf, Judenburg (Pfarrgemeinde 1918) und Eisenerz (Vikariat 1924), außerdem Leibnitz (Pfarrgemeinde 1910), Bad Radkersburg (Pfarrgemeinde 1906) sowie die Grazer Gemeinden am rechten Murufer: Eggenberg (Pfarrgemeinde 1923) und Kreuzkirche (Pfarrgemeinde 1910). Begleitet wurden diese zahlreichen Gründungen durch massive Bautätigkeit mit ebensolcher Unterstützung aus Deutschland. Die euphorische Gründerzeitstimmung wurde durch den Zerfall der Monarchie gebremst und kam aufgrund der innenpolitischen Entwicklungen bis hin zum katholischen Austrofaschismus ab 1934 zum Erliegen.

Die Zwischenkriegsjahre

Durch die schwere Zeit im ‚Ständestaat’ begrüßten viele Evangelische 1938 den ‚Anschluss’ ans Hitlerdeutschland, sahen sie darin doch auch den Anschluss an die große deutsche Schwesternkirche. Diese Euphorie machte bei vielen sehr bald der Ernüchterung Platz, als die ersten Auswirkungen und Repressalien gegenüber der Kirche sichtbar wurden. Schon 1938 wurde die evangelische Jugendarbeit verboten, der Religionsunterricht konnte nur mehr im Pfarrhaus abgehalten werden, jeder noch so kleine Parteifunktionär musste sein kirchliches Amt aufgeben. Unliebsame – das heißt systemkritische – Pfarrer hatten Repressalien zu befürchten. Einige Pfarrer nahmen dies in Kauf, so etwa der Pfarrer von Voitsberg, Erwin Kock oder der Pfarrer von Ramsau, Jakob Ernst Koch. Aber es gab auch glühende Nationalsozialisten unter den Pfarrern, wie den Pfarrer der Grazer Heilandskirche, Friedrich Ulrich, oder den Pfarrer von Leoben, Paul Spanuth. Von letzterem wird berichtet, dass es ihm aufgrund seiner guten Beziehungen zu Deutschland 1941 gelang, dass sämtliche Gemeinden schuldenfrei waren – dank der über alles Erwarten starken Hilfe des Gustav Adolf Vereins.

An Gemeindegründungen war zwischen 1934 und 1945 bei diesen angespannten politischen Verhältnissen natürlich nicht zu denken. Das geschah erst nach den Kriegsjahren wieder, als man auch endlich an eine eigene Superintendenz Steiermark denken konnte.

Peter Lintner und Evi Lintner

Von 1945 bis heute

Die Entstehung der evangelischen Superintendenz A.B. Steiermark am 1. Jänner 1947 begann mit einem kirchenrechtlichen Krimi. Der am 28. April 1946 gewählte erste Superintendent, Pfarrer Leopold Achberger aus Gröbming, sollte nach der neuen Ordnung für die Diözese sein Amt als erster Pfarrer der Grazer Heilandkirche ausüben. Aber das Presbyterium weigerte sich, diese Pfarrstelle dem neuen Superintendenten zur Verfügung zu stellen, denn dieser war nach geltendem Kirchenrecht nicht von der Gemeinde auf diese Pfarrstelle gewählt. So stand das Wahlrecht der Pfarrgemeinde einerseits der neuen Superintendentialordnung andererseits entgegen. Kurzer Hand wurde die Amtsstelle für den Superintendenten an die Grazer Kreuzkirche verlegt, aber dort war die Dienstwohnung nicht frei. So konnte Superintendent Achberger sein Amt in Graz nicht ausüben, wie er es sollte und wollte. Darum legte er sein neues Amt am 31. Juli 1947 mit einem Brief an die Pfarrgemeinden zurück und kehrte in sein Pfarramt nach Gröbming zurück.

Darauf hin rief die steirische Superintendentialversammlung am 9. September den Notstand aus, beharrte auf der Wahl Achbergers als Superintendent, und verlegte den Amtssitz nach Gröbming, bis eine Lösung dieser prekären Situation gefunden würde. Dieses geschah erst im Jahr 1951, als mit Hilfe von Landeshauptmann Krainer sen. dem Superintendenten eine entsprechende Wohnung für seine große Familie mit den entsprechenden Amtsräumen angeboten wurde. Bis dahin versah Achberger sein Amt unter großen Schwierigkeiten von Gröbming aus. Er blieb bis zu seiner Pensionierung 1969 der Kreuzkirche als Pfarrer zugeteilt, bekam allerdings 1956 eine eigene Dienstwohnung mit Amtsräumen in dem neugebauten Haus in der Mozartgasse 9.

Nachfolger als zweiter Superintendent wurde der Pfarrer aus Bad Aussee, Martin Kirchschlager. Er war langjähriger Obmann des GAV-Steiermark und Senior. Er übte dieses Amt von 1969 bis 1976 hauptamtlich aus, d.h., er war keiner Pfarrgemeinde mehr zugeteilt - das galt auch für alle weiteren Superintendenten. Nach Kirchschlagers Pensionierung fand eine spannende Wahl statt, weil neben den Kandidaten aus der Steiermark auch Dieter Knall kandidierte, der zwar als Pfarrer von Stainz und Bruck viele Jahre in der steirischen Diözese gewirkt hatte, aber dann über 10 Jahre als Generalsekretär des GAW–West in Kassel tätig war. Gegen seine Kandidatur erhob sich Widerstand, aber am 21. Februar 1976 wurde Knall zum 3. Superintendenten der Steiermark gewählt. Durch ihn wurde vor allem der ökumenische Kontakt zu den anderen Kirchen intensiviert, aber auch die evangelische Kirche in der steirischen Öffentlichkeit sehr wahrgenommen. 1983 wurde Dieter Knall zum Bischof der evangelischen Kirche in Österreich gewählt, und so stand wieder eine Superintendentenwahl an. Diese entschied der Senior Günter Matthias Rech aus Liebenau für sich, er konnte aber nur knapp 4 Jahre wirken. Er starb zu Pfingsten 1987 an einer Krebserkrankung. Von 1987 bis 1999 hat der langjährige Fachinspektor für den Religionsunterricht, Ernst-Christian Gerhold, als 5. Superintendent gewirkt. Nach 12 Jahren hat er dieses Amt freiwillig niedergelegt, und sein Nachfolger wurde Hermann Miklas, der als gebürtiger Grazer zuerst in Voitsberg, dann in Wien Innere Stadt als Pfarrer tätig war.

Von 1976 bis 2006 waren die Amtsräume der evangelischen Superintendentur A.B. Steiermark in der Grazer Mozartgasse 9. Unter Superintendent Miklas übersiedelte die Superintendentur nach Verkauf dieser auch historisch belasteten Räume ins Martin-Luther-Haus der Grazer Heilandskirche. So rückte man mehr ins Zentrum der Stadt, zum anderen waren nun viele diözesanen Einrichtungen unter einem gemeinsamen Dach vereint, was viele Synergien schuf. Mit dem Umzug fand gleichzeitig ein Organisations-Entwicklungs-Prozess statt, in dem Kompetenzen neu verteilt und Handlungsabläufe vereinfacht wurden.

Mit dem Wiederaufbau des Landes nach dem 2. Weltkrieg begann auch in der evangelischen steirischen Kirche ein unglaublicher baulicher Aufschwung. Neue Kirchen und Pfarrhäuser wurden gebaut, die bestehenden Gebäude renoviert, denn die Diözese erweiterte sich schnell von 21 auf 32 Pfarrgemeinden mit zusätzlichen Tochtergemeinden. Diese Bautätigkeit spiegelte die Einsatzfreude und den Bekennermut der evangelischen Christinnen und Christen wieder, denn jede Kirche ist Ausdruck evangelischen Glaubens in der Öffentlichkeit. Persönlichkeiten aus der Politik, den anderen Kirchen und der Gesellschaft nahmen an den Einweihungsfeiern, Pfarrer/innen – Einführungen, an kirchlichen Festen und anderen Veranstaltungen teil und bekundeten dadurch ihr Interesse am Leben der Evangelischen im Land. Subventionen von Land, Städten und Gemeinden für Neubauten und Renovierungen halfen bei diesem Aufbau.

Innerkirchliche Impulse

Auch das innerkirchliche Leben wurde bunter, vielfältiger und spannender:

Die Jugendarbeit ist mit den Pfarrern Sepp Meier, Dieter Kelp, Josef Leuthner, Herwig Hohenberger und Manfred Perko, aber auch mit den Jugendwarten Karl Schiefermair, Hubert Lintner, Günther Bitzer, Karin Perner, Karlheinz Böhmer, Thomas Wrenger und jetzt Dominik Knes untrennbar verbunden. Die Erinnerungen an die Pfingsttreffen, zu denen aus ganz Österreich die jungen Menschen mit Wimpeln, Halstüchern und Kreuzfahrerzeichen anreisten, sind auch heute noch lebendig, die Erfahrungen von Gemeinschaft auf den Sommerlagern und Schifreizeiten sind für viele unvergessen. Mit neuen Bedürfnissen und Interessen, die in den 70er Jahren sichtbar wurden und in den 80er Jahren voll zu greifen begann war hier jedoch eine völlige inhaltliche Neustrukturierung notwendig.

Wer die Entwicklung des evangelischen Religionsunterrichtes von den mühsamen Anfängen, wo es um die Etablierung im Stundenplan ging und die Religionslehrer/innen sich im Selbststudium ausbilden mussten, bis heute überblickt, der weiß, welch großartige organisatorische und inhaltliche Arbeit hier geleistet wurde. Das heutige Leitbild für den evangelischen Religionsunterricht in der Steiermark mit seinen Schwerpunkten Bildung, Glaube und Lebensfreude ist ein Zeichen für hohe pädagogische Kompetenz. Ein gut organisiertes Schulamt koordiniert den Unterricht steiermarkweit und begleitet mit Fortbildungstagungen in hoher Qualität.

Mit der Fortbildung der Lektoren/innen und Religionslehrer/innen ist das evangelische Bildungshaus in Deutschfeistritz eng verbunden. Aus der ehemaligen bäuerlichen Volkshochschule und dem späteren evangelischen Jugend- und Gästehaus, welches von Pfarrer Sepp Meier gegründet wurde, ist 1988 das einzige evangelische Bildungshaus geworden. Pfarrer Heinz Stroh hat dieses Haus als Rektor zusammen mit seiner Frau Ulrike als Bildungsreferentin bis 2001 geleitet und mit den Tagungen die evangelische Erwachsenenbildung in der Steiermark sehr belebt. Schon 1977 war das Evangelische Bildungswerk in der Steiermark gegründet worden und die Grazer Evangelische Akademie der Heilandskirche hat sich ebenfalls den aktuellen Fragen und Anliegen aus der Sicht des Glaubens gewidmet. Große laufende Kosten und sinkende Auslastung machten auch hier eine massive Umstrukturierung notwendig. Derzeit wird das Haus als Flüchtlingszentrum der Diakonie verwendet und gibt Menschen in schwieriger Lebenssituation ein Zuhause.

Die zart begonnene Ökumenische Bewegung kam immer mehr in Fahrt und so wurde der „Interkonfessionelle Arbeitskreis in der Steiermark“ gegründet, in dem alle Kirchen vertreten waren. Dieses Forum erwies sich als tragfähige Plattform für alle ökumenischen Veranstaltungen, aber auch für alle Konflikte, die sich zwischen den Kirchen ergaben. Mit der ersten Einladung an Bischof Weber, in der Superintendentialversammlung über die Bischofssynode in Rom zu berichten, begann der Austausch zwischen Diözesanrat und Superintendentialversammlung, der bis heute besteht. Der Interkonfessionelle Arbeitskreis hat sich in das noch stärker verankerte „Ökumenische Forum“ weiterentwickelt. Zwischen Bischof Weber und den evangelischen Superintendenten entwickelte sich ein gutes, offenes Gesprächsklima, das sich positiv auf die gesamte kirchliche Atmosphäre auswirkte und von Bischof Kapellari weitergeführt wird.

Ernst-Christian Gerhold und Hermann Miklas

Zeittafel

1517Thesenanschlag in Wittenberg, die Reformation beginnt
1530Reichstag zu Augsburg, Vorlage der ‚Confessio Augustana’
1572Erzherzog Karl II holt die Jesuiten nach Graz
1578Erzherzog Karl II gewährt im ‚Brucker Libell’ Religionsfreiheit
1598Die Gegenreformation beginnt. Religionskommissionen ziehen durchs Land, Evangelische flüchten sich in den Geheimprotestantismus
1781Josef II erlässt das Toleranzpatent, erste Gemeindegründungen in Ramsau/Dachstein, Wald/Schoberpass und Rottenmanner Tauern
1785Bau eines Bethauses in Ramsau und Schladming
1821Der Kaiser genehmigt Graz als Vikariat von Wald
1847Die Steiermark wird eigenständiges Seniorat (bis 1946)
1848Gröbming wird genehmigt
1861Kaiser Franz Josef I. erlässt das Protestantenpatent, eine eigene Kirchenverfassung entsteht
1900Um 1900 setzt die Los-von-Rom Bewegung ein, neue Gemeinden entstehen
1934Ende der Gründerzeitstimmung durch den katholischen Austrofaschismus
1938Anschluss an Deutschland Verbot der Jugendarbeit, Religionsunterricht wird „Privatsache“
1946Leopold Achberger wird zum 1. Superintendenten der Steiermark gewählt
19471. Jänner, Gründung der evangelischen Superintendenz A.B. Stmk. Auch evangelische Jugendarbeit ist wieder möglich
1961Unterrichtsminister Dr. Drimmel unterzeichnet das Protestantengesetz und macht die Evangelische Kirche „zur freien Kirche im freien Staat“ (Drimmel)
1969Martin Kirchschlager wird Superintendent
1976Dieter Knall folgt Kirchschlager nach
1980450 Jahr-Feier der „Augsburger Konfession“
1981200 Jahr-Feier des Toleranzpatents „Aus der Kraft des Evangeliums“
1983Günter Rech ist neuer Superintendent, stirbt aber 1987.
1987Ernst-Christian Gerhold wird zum Superintendent gewählt
1992Ausstellung „Glaube und Macht“ auf Burg Strechau
1993Von Bischof Weber initiierter Tag der Steiermark mit weitem ökumenischen Dialog
19972. Europäische Ökumenische Versammlung in Graz, Feierlichkeiten „50 Jahre Diözese“
1999Hermann Miklas wird Superintendent
2000Die erste Ausgabe von evang.st liegt vor Gleisdorf wird als vorerst letzte Pfarrgemeinde eigenständig
2005Das Bildungshaus Deutschfeistritz wird an die Diakonie verpachtet Umzug der Superintendentur von der Mozartgasse auf den Kaiser-Josef-Platz
2007Feierlichkeiten anlässlich des 60. Geburtstag der Diözese, Festakt des Landes Steiermark